Beschreibung

Entdecken Sie die Geschichte, Kunst und Architektur der “Sixtinischen Kapelle der Lombardei”

Die Kirche San Martino in Castello Valsolda ist ein architektonisches und künstlerisches Juwel mit Blick auf den Ceresio-See. Bekannt als die “Sixtinische Kapelle der Lombardei”, beherbergt diese Kirche aus dem 16. Jahrhundert unschätzbare Fresken, darunter Werke des einheimischen Malers Paolo Pagani. Ihre Panoramalage und die prachtvolle Innenausstattung machen die Kirche San Martino zu einem absoluten Muss für Liebhaber von Geschichte und sakraler Kunst.

Kurzum

Ein Besuch des Castello di Valsolda ist ein absolutes Muss, insbesondere der Kirche San Martino, einem wahren Kunstjuwel inmitten des mittelalterlichen Dorfes. Die auch als “Sixtinische Kapelle der Lombardei” bekannte Kirche beherbergt außergewöhnliche Fresken, darunter das spektakuläre Gewölbe, das 1697 von Paolo Pagani gemalt wurde. Ein Spaziergang durch die engen Steingassen des Dorfes führt zu diesem faszinierenden Ort, der nicht nur einen Einblick in die sakrale Kunst Valsoldas bietet, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf den Ceresio-See.

Geschichte und Architektur

Die Kirche San Martino im malerischen Dorf Castello Valsolda blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Langobardenzeit reicht. Ursprünglich stand an dieser Stelle eine frühchristliche Kirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht war, einem von den Langobarden besonders verehrten Heiligen. Mit der Herrschaft der Franken im 9. Jahrhundert wurde die Kirche dem Heiligen Martin von Tours, einer Schlüsselfigur der Franken, geweiht.

Das heutige Gebäude, erbaut zwischen 1578 und 1602, verfügt über ein einziges Kirchenschiff mit sechs Seitenkapellen und einen schlanken Glockenturm, der mit einem Konzert aus fünf Glocken des Typs F#3 ausgestattet ist, die 1923 von der Firma Angelo Bianchi e Figli aus Varese gegossen wurden.

Die schlichte und elegante Fassade wird durch ein Portal aus dem 16. Jahrhundert verziert, das von einem Relief bekrönt wird, das ein Schaf mit Mitra und Prozessionskreuz darstellt, das Symbol der Adelsfamilie Confalonieri, der alten Herren des Ortes.

Fresken der Brüder Pozzi

Die Kirche San Martino wird durch außergewöhnliche Kunstwerke der Familie Pozzi, die ursprünglich aus dem nahegelegenen Puria stammte, bereichert. Zwischen 1590 und 1600 bemalten die vier Brüder Antonio, Francesco, Giovan Pietro und Marco Antonio Pozzi, bekannt als “die Schöne”, das Pfarrhaus mit Fresken und schufen so einen beeindruckenden Bilderzyklus. Ihre Werke zeigen die zwölf Apostel, Engelscharen, Szenen aus dem Leben des Heiligen Martin, Episoden aus der Passion Christi und eine imposante Darstellung Christi in der Herrlichkeit.

Eines der eindrucksvollsten Elemente ist das Gewölbe des Pfarrhauses, das mit einer Scheinarchitektur verziert ist, die die Illusion eines perspektivischen Durchbruchs erzeugt und den Raum optisch erweitert.

Das Gewölbe von Paolo Pagani

Die Kirche San Martino ist berühmt für ihr majestätisches, mit Fresken bemaltes Gewölbe von Paolo Pagani (1655–1716), einem Künstler aus Castello. 1697 schuf er auf eigene Kosten und aus persönlicher Hingabe das Fresko im Gewölbe der Kirche, das ihr heute den Beinamen “Sixtinische Kapelle der Lombardei” eingebracht hat.

Das Werk zeigt im Zentrum die Himmelfahrt Mariens, umgeben von einem komplexen Geflecht aus Figuren, die den Weg der Juden und Heiden darstellen. An den Seiten sind Szenen wie die Predigt Johannes des Täufers, die Darstellung von Heiligen und Telamonen sowie das Gericht der Heiligen Drei Könige zu sehen.

Ein charakteristisches Merkmal von Paganis Werk ist die Tatsache, dass die Figuren direkt auf den Gips gemalt wurden, ohne vorher Vorzeichnungen anzufertigen, was dem Werk eine einzigartige und visuell beeindruckende Wirkung verleiht.

Weitere bedeutende Werke

Die Kirche beherbergt Werke weiterer Künstler aus Valsolda. Pietro Pozzi malte um 1630 das Gemälde der Enthauptung Johannes des Täufers sowie das Bildnis der Heiligen Katharina von Alexandrien, Apollonia und Lucia. Giovanni Domenico Pozzi gestaltete 1639 das Baptisterium mit einem Fresko der Taufe Christi und einem Sternenhimmel. In der letzten Kapelle auf der rechten Seite bereichert ein Gemälde des venezianischen Künstlers Giovan Battista Maganza aus dem Jahr 1615 das künstlerische Erbe der Kirche.

Wie man die Kirche erreicht

Von Oria aus erreicht man die Kirche am Eingang des mittelalterlichen Dorfes Castello di Valsolda, die bequem zu Fuß über die charakteristischen Steingassen erreichbar ist. Autofahrer können in der Nähe des Ortskerns parken und den Rest des Weges in wenigen Minuten zu Fuß zurücklegen.

Geführte Touren

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